Was ist ein Drehbuch?

Die wohl erste Frage die sich ein angehender Drehbuchautor stellen wird ist: „Was ist überhaupt ein Drehbuch?“. Diese Frage kann noch weiter verfeinert werden in „Was macht ein gutes Drehbuch aus?“. Eine eindeutige Antwort auf diese Frage lässt sich nur schwer finden, da man das Drehbuch schreiben als eine eigene Kunstform betrachten kann. Und von Kunst hat jeder Mensch eigene Vorstellungen und Definitionen.

Wenn wir also keine eindeutige Definition finden können müssen wir andere Wege finden unsere Frage zu beantworten. Eine Möglichkeit ist sich die Frage zu stellen „Was sind denn die Unterschiede zwischen den einzelnen Kunstformen?“ und in Folge daraus „Was macht diese Kunstformen zu etwas besonderem“.

Die Kunstform welche wohl als erstes mit einem Drehbuch in Verbindung gebracht wird ist der Roman. Und hier fallen uns schon auf Anhieb verschiedene Dinge ein die komplett unterschiedlich funktionieren. Der erste Unterschied fällt uns wortwörtlich ins Auge, denn es ist die äußere Form. Ein geübter Drehbuchleser merkt schon allein von der äußeren Form ob ein Drehbuch von einem Profi geschrieben wurde oder von jemandem der noch Profi werden möchte.

Ein weiterer Unterschied ist die Erzählweise. In einem Roman wird ein Großteil der Handlung im Kopf der Hauptperson erzählt. Der Zuschauer schlüpft also quasi in den Körper der Hauptperson. In einem Theaterstück wird die Interaktion mit dem Zuschauer gesucht und die Handlung wird durch die Sprache zum Ausdruck gebracht. In einem Film werden hier ganz klar Grenzen gesetzt. Was also ist das besondere am Film? Ein Film ist ein komplett visuelles Medium. Die Handlung wird durch Bilder, Einstellungen und Szenen erzählt.

Dabei habe ich bei eigenen Produktionen einen Leitspruch lieben gelernt „Show, don’t tell“. So einfach dieser Spruch auch klingen mag, aber er verkörpert den Grundgedanken hinter jedem Drehbuch. Der Fokus bei einem Film liegt eben auf dem was dargestellt wird und nicht auf dem was z.B. gesprochen wird. Viele Drehbuchautoren (und ich selber habe da auch keine Ausnahme dargestellt) machen zu Beginn ihrer Karriere diesen Fehler.

Ein Drehbuch ist also eine in Bildern erzählte Geschichte. Und Geschichten unabhängig vom gewählten Medium haben eine Sache gemeinsam. Sie haben einen Anfang, eine Mitte und einen Schluss. Dies führt uns zum nächsten Thema dem Aufbau.

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