Erschaffung einer Figur

Die ganze Zeit wurde jetzt von Figuren geredet. Aber was ist denn überhaupt eine Figur? Und was macht eine gute Figur aus? Diese Fragen existierten schon im alten Griechenland. Aber so einfach lassen sie sich nicht beantworten. Was allerdings klar ist: Ziel der Erschaffung einer Figur ist es, selbige so real wie möglich erscheinen zu lassen.

Dies zu erreichen kann allerdings auf so viele verschiedene Art und Weise geschehen, dass es nicht möglich ist eine feste Definition vorzugeben.

In einem Drehbuch wird die Figur vor so konstruierte Ereignisse gestellt, dass dessen Persönlichkeit hervorkommt. Die entwickelte Person vor Ereignisse zu stellen und herauszufinden wie diese agiert oder reagiert ist die beste Möglichkeit das eigentliche Wesen der Figur herauszufinden.

Die Figur ist die wichtigste Essenz des Drehbuchs. Denn die Figur entscheidet durch ihre Reaktion auf gewisse Ereignisse den Fortlauf der Geschichte. Wenn der Autor seine Figur nicht kennt ist es ihm unmöglich die Figur realistisch auf die Ereignisse reagieren zu lassen. Ziel ist es immer eine Authentische Figur zu erschaffen!

Zuerst muss die Frage gestellt werden wer die Hauptfigur ist. Ist die Figur eine treibende Kraft oder reagiert sie nur auf Dinge die ihr widerfahren? Um diese Frage zu klären hilft es eine weitere Frage zu stellen. Um wen geht es in der Geschichte? Und um was geht es in der Geschichte? Dabei muss nicht zwangsläufig die größte Rolle die Hauptfigur sein.

Selbstverständlich kann es in einer Geschichte auch mehrere Hauptfiguren geben. Aber zu Beginn ist es einfacher sich auf eine Hauptfigur zu konzentrieren.

Aber kommen wir jetzt zum praktischen. Wie erstellt man im Detail eine Figur? Ein Weg ist es, eine Art Biografie unserer Figur zu schreiben. Diese kann man in zwei große Bereiche aufteilen. Das was vor der Handlung passiert ist (also Kindheit bis zum Handlungsbeginn), und das was während der Handlung geschieht.

Auch wenn dieses ganze Vorbereiten lästig vorkommt erinnern wir uns, dass Film ein visuelles Medium ist. Es kann aber nur das visuell dargestellt werden was wir als Autor wissen. Daher ist es wichtig die eigenen Figuren so gut wie möglich zu kennen.

Für die Biografie ist es am besten direkt auf ein blankes Papier zu schreiben. Dabei ist wichtig sich nicht selbst zu zensieren sondern dem kreativen Prozess freie Bahn zu lassen. Der Übersichtlichkeit halber ist es praktisch, wenn man die Biografie in Lebensabschnitte einteilt.

Ziel dieser „kreativen Recherche“ ist es, dass wir als Autoren die eigene Figur besser kennen lernen. Nur so kann sich die Figur später kontrolliert entwickeln. Die Entwicklung ist ein zentraler Bestandteil eines Drehbuchs. Nur selten ist die Figur am Ende des Films noch die selbe die sie zu Beginn war.

Bis hierhin wurde nur der Teil der Biografie erstellt, der bereits zu Beginn der Handlung in der Vergangenheit liegt. Kommen wir also nun zum Teil der zum Zeitpunkt der Handlung noch „aktuell“ ist. Dies lässt sich leicht in drei Unterbereiche aufteilen.

  • Das berufliche Leben. Also was macht die Figur beruflich? Wen lernt sie dort kennen? Etc.
  • Das persönliche Leben. Ist die Figur glücklich mit den Lebensumständen? Wünscht sie sich einen Partner? Wäre sie gerne reicher?
  • Das private Leben. Was tut die Figur wenn sie alleine ist?

Das alles sorgt dafür, dass wir unsere Figur besser kennen lernen. Und dies ist gleich auf zwei Weisen nützlich. Zum einen können wir durch solches Wissen relativ einfach mögliche Nebenhandlungen herausfinden. Zum anderen kann nur auf diesem Wege die Figur in der Geschichte authentisch und realistisch agieren und reagieren.

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