Die Szene und die Sequenz

Gute Szenen machen erst einen guten Film aus. Nur selten erinnert man sich an einen ganzen Film. Aber einzelne beeindruckende Szenen bleiben meist lange im Gedächtnis vorhanden.

Die Szene ist die kleinste Einheit im Gesamtkontext Drehbuch. Eine Szene muss entweder die Handlung weitertreiben oder Informationen vermitteln. Wenn eine Szene keine dieser Funktionen erfüllt muss sie aus dem Drehbuch entfernt werden.

Es gibt keine festen Regeln wie lang eine Szene dauern darf. Sie muss nur zur erzählten Geschichte passen. Die Geschichte legt fest wie sie erzählt werden muss, nicht anders herum.

An dieser Stelle ist wichtig zu erwähnen, dass es für das Drehbuch schreiben keine festen Regeln gibt, welche zu 100% eingehalten werden müssen. Das Paradigma gibt eine grobe Richtung vor. Aber ob dann der Plot Point 1 auf Seite 20 oder 30 im Drehbuch auftaucht spielt keine Rolle. Wichtig ist, dass es zu der Geschichte passt.

Eine Szene wird durch zwei Faktoren in der Handlungsabfolge verankert. Ort und Zeit. Wo spielt die Szene? Innen oder außen? Auf einem Berg oder in einem Büro? Ist es tiefe Nacht oder Mittag? Diese Fragen werden zu Beginn jeder Szene festgelegt. Das könnte dann folgendermaßen aussehen:

Drehbuch schreiben

Sobald eine dieser Faktoren geändert wird entsteht eine neue Szene und muss dementsprechend im Drehbuch neu gekennzeichnet werden. Der Grund dafür ist ganz trivial. Nämlich durch das Verändern dieser Faktoren kann es sein, dass man das Set umbauen, die Kameraposition ändern, die Ausleuchtung anpassen oder im schlimmsten Fall den ganzen Drehort wechseln muss. Und das ist in der Praxis meist mit einem hohen Aufwand und dadurch auch hohen Kosten verbunden. Das ist mitunter auch der Grund, warum Filme eigentlich nie chronologisch gedreht werden. Um Zeit und damit Kosten zu sparen. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass alle Szenen im Drehbuch richtig gekennzeichnet werden.

Eine Szene hat immer einen Anfang, einen Mittelteil und ein Ende. Eine Szene bewegt sich immer von einem Punkt A zu einem Punkt B. Sei es auf eine physische oder eine emotionale Art und Weise.

Wie aber gestaltet man eine solche Szene. Es muss stets zuerst der Kontext klar sein, um den Inhalt festlegen zu können. Was ist der Zweck der Szene? Von welchen Faktoren wird die Szene beeinflusst? Was geschieht in der Szene davor und wie geht es danach weiter?

Es ist die Aufgabe des Autors zu wissen, was in der Szene passiert und was diese im Kontext der Geschichte bedeutet. Ebenso ist es wichtig zu wissen, was mit den Personen zwischen den einzelnen Szenen geschieht. Wenn selbst der Autor nicht weiß was passiert, wie soll es dann der Zuschauer oder Leser verstehen?

Durch das festlegen des Kontexts ergibt sich automatisch auch der Inhalt. Was muss passieren, damit die zu schreibende Szene in den Kontext passt?

Ein Drehbuch ist ein System aus verschiedenen Teilen. Ein Drehbuch wird allerdings immer nur am Gesamtergebnis gemessen. Das bedeutet, dass alle Teile des Drehbuchs miteinander zusammen arbeiten müssen, um ein funktionierendes Ganzes zu schaffen.

Eine Sequenz ist ebenso eines der wichtigsten Elemente des Drehbuchs. Das ist eine Reihe verschiedener Szenen, die alle durch einen Gedanken miteinander verbunden sind.

Eine Sequenz umfasst immer eine gewisse Idee welche nur durch wenige Worte ausgedrückt werden kann. Mehrere Sequenzen können problemlos aneinander gereiht werden und so entsteht ein Fluss dramatischer Handlung.

Es gibt keine Feste Regel wie viele Sequenzen ein Drehbuch benötigen. Die Geschichte allein kann bestimmen, ob 12 Sequenzen ausreichen oder ob man 20 benötigt. Wichtig ist, dass der dramatische Kontext bekannt ist. Nur so kann man passende Sequenzen konstruieren und so miteinander verbinden, dass ein großes Ganzes entsteht.

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