Die Form des Drehbuchs

Schon von der äußeren Form kann man erkennen, ob ein Drehbuch von einem Amateur, oder von einem Profi geschrieben wurde. Neben der äußeren Form gibt es auch einige „inhaltliche“ Regeln, die häufig von Anfängern gebrochen werden. Eine davon ist beispielsweise, dass Kameraanweisungen ins Drehbuch geschrieben werden. Und das ist schlichtweg falsch. Die Aufgabe des Drehbuch Autors ist es, eine fesselnde Geschichte zu schreiben, nicht festzulegen wie sie visuell umgesetzt wird. Wir müssen dem Regisseur sagen was er verfilmen soll, nicht wie er seinen Job machen muss.

Schauen wir uns jetzt einmal eine Beispielszene an und analysieren, aus welchen einzelnen Bausteinen ein Drehbuch aufgebaut wird.

Drehbuch schreiben

1: Mit der sogenannten Slug Line beginnt jede Szene. Diese Slug Line (oder zu deutsch meistens Ortsangabe) gibt sowohl Ort als auch Zeit an.

2: Wenn Personen das erste mal in der Geschichte vorkommen, werden sie in der Regel groß geschrieben.

3: Geräusche oder Musikeffekte werden typischerweise im Drehbuch groß geschrieben. Dies liegt vor allem daran, dass die Musikbearbeitung meistens am Ende der Filmproduktion steht. Häufig ist dann am Schluss nicht mehr so viel Zeit, dass sich die Sound-Techniker jede Szenen einzeln anschauen können um zu beurteilen wo was gebraucht wird. Daher ist es für sie einfacher auf groß geschriebene Wörter zu achten.

4: Nach der Slug Line kommt die Beschreibung der Handlung. Diese sollte allerdings nur das nötigste beschreiben. Ebenso gehören Gefühle oder Gedanken nicht in ein Drehbuch. Grundsätzlich gehört alles, was nicht visuell dargestellt werden kann an keine Stelle des Drehbuchs. Wenn wir als Autoren unseren Job gut machen, dann kann sich der Leser die Gedanken anhand des Geschriebenen vorstellen.

5: Die Person die etwas sagt wird immer groß und mittig geschrieben.

6: In Klammern direkt unter der Angabe der zu sprechenden Person können Regieanweisungen für die Schauspieler gesetzt werden. Diese Zeile gibt an, wie ein Schauspieler den Dialog spielen bzw. sprechen soll. Allerdings sollten wir mit diesen Anweisungen sparsam umgehen. Auch hier gilt, wenn wir unseren Job gut machen weiß der Schauspieler von allein wie er den Dialog spielen muss, dann werden derartige Anweisungen unnötig.

7: Der Dialog wird eingerückt mittig geschrieben. Dadurch bildet der gesprochene Teil einen Block.

8: Diese Angabe deutet auf das Ende der Szene hin und gibt an, wie es weiter geht. FADE OUT (zu Deutsch Abblende) bedeutet, dass sich das Bild in Schwarz auflöst. Ein Cut TO (zu Deutsch Schnitt) bedeutet, dass eine Szene mit einem harten Schnitt endet und in eine neue Szene übergeht. Ein DISSOLVE TO (zu Deutsch Blende) bedeutet, dass das eine Bild langsam verblasst während das nächste zum Vorschein kommt. Das alles sind allerdings nur Vorschläge. Am Ende hat hier der Regisseur das letzte Wort.

Und viel mehr ist es gar nicht. Das Drehbuchformat ist so einfach, dass es teilweise schon dadurch wieder kompliziert wird. Denn durch das so „freie“ Format muss jedes gute Drehbuch einzigartig werden, damit es die nötige Aufmerksamkeit bekommt.

Für viele frisch gebackene Autoren ist das Drehbuch-Format etwas komplett neues. Wir müssen uns also Zeit lassen dieses zu verinnerlichen. Manchmal hilft es Drehbuchseiten einfach abzuschreiben um ein Gefühl für das Format zu bekommen.

Noch ein letzter Tipp: In einem professionellen Drehbuch taucht das Wort „Kamera“ nicht auf. Um diese Begrifflichkeit zu vermeiden, müssen wir uns immer Fragen, auf welchem Objekt oder Person gerade der Fokus liegt. Und dann müssen wir dieses beschreiben.

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