Das Drehbuch schreiben

Jeder Autor kennt es: Im Laufe des Schreibprozesses wird man immer mal wieder von Zweifeln und Unsicherheit geplagt. Manchmal fällt das Schreiben sehr leicht, manchmal tut man sich wirklich schwer. Ein Drehbuch zu schreiben ist nun mal ein kreativer Prozess in dem es immer Höhen und Tiefen gibt.

Lassen wir die letzten Kapitel einmal Revue passieren. Es wurde am Anfang das Paradigma erklärt. Wir haben eine oder mehrere Hauptfiguren konstruiert und sie in den Kontext eingefügt. Es wurde gezeigt, wie wir eine Story Line aufbauen können. Wir haben enorm viel Vorarbeit geleistet und nun sind wir bereit das Drehbuch zu schreiben. Wir wissen, was wir schreiben wollen!

Eine wichtige Regel für kreative Prozesse ist die, dass wir nur unsere persönliche Erfahrungen niederschreiben dürfen. An einem Film arbeiten teilweise hunderte, mittlerweile sogar tausende Menschen. Aber nur wir als Autor müssen mit einem leeren Blatt Papier beginnen.

Schreiben ist harte Arbeit. Und deshalb müssen wir uns dafür regelmäßig Zeit nehmen. Wie viel Zeit jeder Mensch zum Drehbuch schreiben aufbringen kann ist unterschiedlich und hängt natürlich auch von anderen äußeren Faktoren ab. Was dabei allerdings wichtig ist, dass die Geschichte ständig im Kopf bleibt. Man muss sich also ständig mit der Geschichte auseinandersetzen.

Was allerdings an der Stelle verdeutlich werden sollte ist, dass Drehbuch schreiben nichts ist, was man mal so nebenbei machen kann. Wenn wir ein Drehbuch schreiben wollen, dann müssen wir uns auch die Zeit dafür nehmen. Und während dieser Zeit müssen wir zur Ruhe kommen um konzentriert ohne äußere Einflüsse schreiben zu können.

Unser menschlicher Geist ist darauf entwickelt uns selbst Hindernisse in den Weg zu legen. Sobald wir wenige Zeilen zu Papier gebracht haben werden wir einen aktiven Widerstand spüren. Schreiben ist nun mal ein Lernprozess so wie schwimmen, tanzen, laufen und vieles mehr. Wir müssen uns langsam an das Thema reintasten um es zu lernen. Sowas passiert nicht von jetzt auf gleich.

Aber wie können wir uns gegen diesen Widerstand wehren? Der „Trick“ ist recht simpel. Da wir jetzt wissen, dass dieser Konflikt auf uns zukommen wird sind wir jetzt vorbereitet und können aktiv gegen ihn einwirken. Diese Hindernisse auszublenden und nicht wahrhaben zu wollen bringt uns nicht weiter. So werden sie nicht aufhören zu existieren. Wir müssen sie realisieren und ihre Existenz akzeptieren. Erst dann können wir lernen damit umzugehen.

Die ersten Sätze, die ersten Worte der Figuren werden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit hölzern und trocken klingen. Wir dürfen uns davon allerdings nicht aus der Ruhe bringen lassen. An der Stelle aufzugeben wäre der falsche Weg. Wie schon erwähnt, schreiben ist ein Lernprozess. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Wir müssen also weitermachen und das Drehbuch fertig stellen. Danach können wir immer noch an den Anfang zurückkehren und diesen stetig verbessern.

Konflikt bedeutet Drama. Das ist einer der wichtigsten Grundsätze des Drehbuch Schreibens. Das müssen wir uns immer wieder vor Augen führen. Ohne Konflikt kann kein Drama existieren, und ohne Drama können wir keine Geschichte erzählen.

Wir müssen das Drehbuch wenn es fertig gestellt ist immer und immer wieder bearbeiten bis es perfekt ist. Dabei ist allerdings wichtig, dass wir erst nach der ersten vollständigen Fassung anfangen zu verbessern. Wenn wir schon vor erreichen des Endes beginnen unsere geschriebenen Szenen zu überarbeiten verlieren wir recht schnell alle kreative Energie.

Beim Bearbeiten unserer Szenen müssen wir uns dann immer folgende Frage stellen: Funktioniert diese Sequenz bzw. Szene? Ein bekannter Leitspruch lautet „Kill your darlings“ zu Deutsch „töte deine Liebsten“. Was dabei gemeint ist, dass man bereit sein muss im Sinne der Handlung auch Szenen oder ganze Sequenzen zu streichen sobald sie nicht in die Geschichte passen.

Ich habe schon oft erlebt, dass Autoren ein Drehbuch geschrieben haben und eine bestimmte Szene auf Teufel komm raus einbauen wollten. Es kann gut sein, dass diese Szene für sich gesehen hervorragend geschrieben war, aber wenn sie eben nicht in das gesamte Konzept der Geschichte passen, dann muss sie herausgenommen werden.

Zurück zur Startseite